La Nostra Campagna und PAS

 von Valentina Morana

La Nostra Campagna (Unsere Kampagne) geht weiter, mit Artikeln, die unser Projekt beschreiben. Wir sind allesamt Personen der Zivilgesellschaft und kleben nicht an Parlamentssitzen. Woran wir konkret politisch arbeiten, ist, dass wir mit Marino Maglietta als Minister für Chancengleichheit das realisieren, was wir in unserem Projekt dargelegt haben: Von einer Datenbank über Pädophile und einem Pool für die Verbrechensbekämpfung haben wir bereits gesprochen, auch vom Problem der falschen Verdächtigungen und von den Wohnheimen der Jugendfürsorge. Diesmal geht es um PAS (Parental Alienation Syndrome), auf deutsch: Eltern-Kind-Entfremdung.

Zuvor eine Erwägung. Ich bin zunächst einmal eine Frau. Das ist eine naturgegebene Tatsache. Eine Frau zu sein heißt nicht, untergeben zu sein, es heißt anders zu sein als Männer und doch auch gleich, als Mensch. Es ist sicher wahr, dass die Frauen im Verlauf der Geschichte dieser Erde wie geringere Wesen behandelt wurden, und auch heute geschieht das noch oft, aber es hängt von uns Frauen ab, wie wir behandelt werden wollen, welche Werte wir verteidigen und neuen Generationen vermitteln wollen. Es gibt Frauen, die sich niemandem unterwerfen und es gibt Männer, die weder Frauen noch Kinder unterwerfen.

Das erste Mal, das mir ein echter Fall von PAS begegnet ist, war 2001. Um sich zu rächen und seine Macht auszuspielen, entzog ein Mann seiner ehemaligen Partnerin, die einen ägyptischen Freund gefunden hatte, die damals achtjährige Tochter, unter der falschen Verdächtigung des sexuellen Missbrauchs. Mutter und Tochter hatten acht Jahre zusammen gelebt, in einer Beziehung, in der sich das Kind entwickeln konnte. Um beide kümmerte sich ihre Familie, die Familie der Mutter. Der Mann hingegen, ein vulgäres Individuum sondergleichen, hatte das Mädchen, das ihn als Vater suchte, anfänglich nicht einmal anerkannt und traf es im Lauf der Zeit nur sporadisch, da er mit ausschweifenden Partys verschiedener Art oder mit der Arbeit für das Establishment beschäftigt war. Die Frau jedoch, ganz eine Triestinerin, ließ sich von ihm nicht unterkriegen und dafür hat er sie bestraft. Er entzog ihr das Kind, zunächst indem er einen Missbrauch erfand, in den die Mutter, ihr Freund und dessen Mutter verwickelt sein sollten. Als dieses Verfahren dann jedoch aufgrund völligen Fehlens von Beweisen geschlossen wurde, reichte er eine weitere falsche Anzeige wegen sexuellen Missbrauchs ein und belastete dabei wieder die Mutter des Kindes und fast ihre ganze Familie. Erneut wurde alles ad acta gelegt. Es genügte diesem Mann jedoch nicht, seine Macht nur so auszuspielen, dass die Mutter ihre Tochter nicht mehr sah, er wollte ihre ganze Familie zerstören. Ganz wie ein Kuckuck. Obwohl alles ad acta gelegt worden war, sahen sich Mutter und Tochter nicht mehr, außer in seltenen, bisweilen zufälligen Augenblicken; ein immenser Schaden für beide. Das habe ich leider alles mitverfolgen müssen.

Das Mädchen begann allmählich seine Mutter zurückzuweisen, um seinem Vater begegnen zu können – der hatte es nämlich im Lauf der Jahre bei einer anderen Freundin abgesetzt, mit der er sich während und nach der Beziehung zur Mutter traf und die er dann auch wiederum sitzen gelassen hatte. Es versuchte, die Mutter mit nichtigen Gründen schlecht zu machen, wie z.B. „Ich will sie nicht, weil sie Haare wie eine Fahne hat“ (die Mutter hatte blonde Haare), und ihr unwahre Dinge unterzuschieben. Dann fragte es anwesende Mitarbeiter der involvierten öffentlichen Dienste, ob sie nun bei Papa bleiben könne. Mit der Zeit wollte das Mädchen weder die Mutter noch die Großeltern sehen, die es zusammen mit der Tante großgezogen hatten. Und gleichzeitig konstruierte es sich in seinem Kopf notgedrungenermaßen eine Ersatzfamilie aus den Verwandten der neuen offiziellen Freundin des Vaters, wobei es sich in den Mäandern der Verwandtschaft verlor, wenn es darüber sprach. Als ich das Mädchen kennengelernt hatte, war es ein gesundes, forsches Kind gewesen, mit dem Vermögen in Metaphern zu denken, das ihr Mutter und Großvater mitgegeben hatten. Nun war es übergewichtig geworden und litt unter erheblichen psychischen Problemen. Der Vater: ungebunden wie ein Vogel. Die Mutter: von schweren psychischen Narben geschädigt. PAS zerstört, genauso wie falsche Verdächtigungen.

PAS kennt kein Geschlecht. Das Wort „Geschlecht“ ist wie das Wort „Minderjährige“ oder „Akteure“ – oft unangebracht und mit versteckten Absichten verwendet, Ausgeburt einer Ideologie, die uns zum Ersticken bringen will. Aber das Wort gehört allen und kann nicht einfach nach Belieben rhetorisch verbogen werden. Mit einem Wort: PAS betrifft alle Menschen, Männer und Frauen. Man spricht häufig davon in der männlichen Variante, weil es mehr entfremdende Mütter als entfremdende Väter gibt. Aber es gibt auch entfremdende Väter. Entfremdende Mütter gibt es in verschiedensten Ausprägungen und sie werden vom Establishment, was rechtliche Fragen und damit verbundene Handlungen angeht, ausgiebig unterstützt, weil es ökonomisch daran gewaltig verdient. Ob diese Frauen selbst Teil des Establishments sind oder nicht, spielt keine Rolle, sie werden unterstützt. Entfremdende Väter hingegen sind samt und sonders Machtmenschen oder in irgendeiner Art mit Macht verbunden, sondern würden sie es nicht über sich bringen, Kinder wegzunehmen, denn darum handelt es sich.

Nun kann man sich fragen, warum die eifrigen Beschützer der Rechte der Frauen sich nicht um die Frauen kümmern, die PAS-Opfer sind. Fast niemand verteidigt sie – warum? Vielleicht genau deshalb, weil um Interessen des Establishments geht.

La Nostra Campagna geht davon aus, dass PAS eine Art der Misshandlung ist und als solche behandelt werden muss. Wer Situationen hervorruft, die zu PAS führen, ist für einen eindeutigen Akt der Misshandlung verantwortlich und muss dafür bestraft werden wie für alle anderen Formen der Misshandlung von Kindern oder Erwachsenen. Dies kann nicht durch pseudopolitische Schlichtungen ersetzt werden. Wir wollen, dass PAS als Tatbestand anerkannt wird und konkrete Aktionen, auch was die Prävention angeht, folgen. Hierfür sollten, unserer Meinung nach, die Standpunkte des Netzwerks kompetenter Fachleute zusammengeführt werden, um das Wissen zu konsolidieren und zu einem Vorschlag für ein Dokument zu kommen, ähnlich dem Vorbild des psychoforensischen Manifests für die gemeinsame Elternschaft, das von 64 Experten aus dem Bereich der Psychoforensik unterzeichnet worden ist.

Des Weiteren scheint uns der Austausch mit Dr. Linda Kase Gottlieb äußerst nützlich zu sein, die sich in den Vereinigten Staaten seit vielen Jahren mit dem Thema beschäftigt und große Fachkenntnis über Kinder hat, die Opfer solcher Handlungen geworden sind.

Und mit Marino Maglietta als Minister für Chancengleichheit können wir, alle zusammen, dieses Problem in den Griff bekommen. Weil er die Möglichkeit hätte, endlich direkt die Dinge umzusetzen, die für die Zivilgesellschaft Not tun, ohne immer Berge von Hindernissen überwinden zu müssen, wie die Mütter und Väter, die ihre Kinder nicht sehen können und darum kämpfen, einzelne Zentimeter zu erobern (wie Quarto von Nostra Campagna es nennt).

(trad. prof. Friedrich Esch, Università di Monaco)

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